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Jakob Lorber: Die Fliege Jakob Lorber Bücher Bibel Neuoffenbarungen
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Jakob Lorber: Die Fliege

Einblicke in die Wunder der Schöpfung

6.-*

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  • 2014
  • Lorber Verlag
  • Kartoniert
  • 7. Auflage
  • 978-3-87495-168-5
  • Jakob Lorber

  • 0,11 kg
  • 12 x 20,3 cm
  • 88 Seiten
Dieses Buch lenkt unsere Aufmerksamkeit auf einen scheinbar unbedeutenden Gegenstand der... mehr

Dieses Buch lenkt unsere Aufmerksamkeit auf einen scheinbar unbedeutenden Gegenstand der göttlichen Schöpfung – eine Stubenfliege!

Während im Werk „Der Saturn“ unser Blick auf diesen großen Planeten mit seinen außergewöhnlichen und beeindruckenden Erscheinungen gerichtet war, lenkt der Herr im Folgenden unser Auge auf einen scheinbar unbedeutenden Gegenstand Seiner Schöpfung – eine Stubenfliege!

Wir lesen: „Es ist gut, des öfteren auf so manches das Gefühlsauge zu richten und da Meine Liebe und Weisheit zu gewahren – und wäre der zu betrachtende Gegenstand noch so gering! –; denn es liegt doch immer etwas Unendliches darin ...“

Die Fliege enthüllt sich uns hier als ein Schöpfungswunder im Kleinen.

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Leseprobe aus dem Inhalt (Auszug):

12. Kapitel – Die Fliege als Symbol der Demut

Was unter dieser Beeinträchtigung verstanden wird, habt ihr zwar schon im Verlaufe dieser Mitteilung zur Genüge gehört, ja nicht nur im Verlaufe dieser, sondern auch mehrerer anderer Mitteilungen habt ihr es schon zu öfteren Malen empfangen, wie man dessenungeachtet für sich allein dastehen kann, wenn man sich auch in seinem Herzen auf das innigste vereinigt mit seinem Schöpfer. Es ist euch aber dessenungeachtet noch immer dunkel ums Gefühl, und der Glaube hat noch ein hartes Feld, und die Seele nimmt es schwer auf, wie der Mensch im Geiste ein vollkommen freies, selbständiges Leben haben könne, welches aber doch also gebunden ist mit dem Urleben des Schöpfers, daß es mit diesem vollkommen nur ein Leben ausmacht.

Ja, wahrlich solches in der irdischen Beschränktheit zu erfassen, ist wohl außerordentlich schwer, und Ich sage euch: Wer es nicht lernt von dem bescheidenen Liedchen der Fliege, oder nun noch deutlicher gesprochen, wer es nicht lernt aus der wahren, allerinnersten Demut auf dem Wege des Kreuzes, ja noch deutlicher und heller gesprochen, wer es nicht lernt von Mir, dem Vater, der Ich die allerhöchste und allerinnerste Demut Selbst bin, der wird es nicht begreifen, und sicher auch zu häufigen Malen ewig nimmerdar verstehen, nämlich, wie Vater und Kinder vollkommen Eines sein können.

Damit ihr euch aber davon eine gegründetere Vorstellung machen könnt, so wollen wir die Blicke noch auf zwei große Dinge richten, nämlich auf einen großen Menschen, der da heißt „Welt“, und auf einen anderen großen Menschen, der da heißt der „Himmel“.

In Hinsicht auf den ersten Menschen, in formell-materieller Hinsicht betrachtet, sind ganze Hülsengloben voll Sonnen und Welten kaum Nervenwärzchen seines Wesens zu nennen, und so dieser Mensch auch in dieser seiner Größe sich vollkommen als ein Leben ansieht also, wie ihr euch als ein Leben ansehet, – besteht er darum wirklich nur aus einem Leben?

Ich meine, um das einzusehen, daß dieser große Weltenmensch ein gar vielfaches Leben lebt, brauche es weiter gar nichts, als nur einen Schwarm Fliegen anzusehen, und sie werden es durch ihr Gesumse kundgeben, daß schon sogar sie als erste Tierlein für sich ein abgeschlossenes Leben haben. Um wieviel mehr muß der Mensch für sich dasselbe bekennen, und noch mehr eine ganze Erde voll Völker und anderer lebender Wesen zahlloser Arten, und noch bei weitem viel mehr eine Sonne mit ihren vollendeten Wesen, und noch bei weitem viel mehr eine Zentralsonne um die andere mit ihren allervollkommensten und allermächtigsten Geistern, und endlich noch mehr eine abgeschlossene Hülsenglobe für sich, die doch ein nahe endloser Inhalt ist sogar schon von zahllosen Weltkörpern, geschweige erst von den Wesen auf denselben.

Und doch sind all die Hülsengloben, alle Zentralsonnen, alle Nachzentralsonnen, alle Planetarsonnen und alle andern Nebensonnen mit ihren Planeten und all den Wesen auf denselben, in eigentlichster Hinsicht betrachtet, nichts als Körperteile dieses großen Weltenmenschen, der für sich ein so gut abgeschlossenes Leben hat wie jeder Mensch von euch auf der Erde und samt dieser in diesem großen Weltenmenschen.

Sehet, das ist nun die Betrachtung von der materiellen Seite.

Nun lenken wir unseren Blick auf den Himmelsmenschen, gegen dessen Größe sich dieser vorhin ausgesprochene große Weltenmensch gerade so verhält, wie ein trillionster Teil eines Atoms gegen die Größe des vorbekannten Weltenmenschen.

Ja, der Himmel in seiner menschlichen Hinsicht ist so groß, daß alle die zahllosen Milliarden der Hülsengloben, aus denen dieser große vorbenannte Weltenmensch besteht, sehr bequem in dem Rohre eines Härchens auf seinem Leibe Platz hätten, so zwar, daß sie alle ihre Bewegungen im selben machen könnten, ohne nur je die Wände dieses Haarröhrchens zu berühren!

Nun denket euch, wie viel Leben hat nun dieser Himmelsmensch schon in einem Haarröhrchen oder wenigstens in einem dem Haarröhrchen entsprechenden anderen Leibesteile, und wie viel Leben muß er dann erst in einem Gliede haben, wie viel in seinem Herzen erst, und wie viel in seinem ganzen Leibeswesen, – und doch denkt dieser ganze Himmelsmensch für sich nur als ein einfacher, für sich allein bestehender Mensch, während doch in ihm zahllose Milliarden und Milliarden der allervollkommensten Engel und Geister alle also abgeschlossen für sich denken und leben wie der große Himmelsmensch!

Ja, in dem Himmelsmenschen gibt es noch andere Verhältnisse, durch welche vollkommen gleichdenkende und gleichliebende Wesen einen Verein bilden, der, für sich genommen, entsprechend einem irdischen Weltkörper oder wenigstens einem Teile desselben, vollkommen einen Menschen darstellt, welcher wieder ganz auch vollkommen für sich denken und fühlen kann, so als wäre er nur ein einzeln für sich dastehender Mensch.

Ja, Ich sage euch noch hinzu: Es gibt in Meiner Unendlichkeit sogar mehrere solcher Himmel, und jeder Himmel ist für sich wieder ein vollkommener Mensch, und alle die Himmel bilden erst zusammengenommen wieder einen also unendlichen Menschen, welcher von niemandem gedacht und empfunden werden kann denn allein von Mir, da er eigentlich Mein Leib selbst ist oder der Gott in Seiner Unendlichkeit, der da Seine Selbst- und Alleinheit gewiß auf das allerbestimmteste und allerklarste denkt und fühlt, – und doch welche Vielheit des Lebens in Ihm!

Wenn ihr diese zwei Bilder nun nur ein wenig vergleichet und dann im Geiste durchgehet, so wird es euch ja doch nimmer entgehen können, daß in einem ewigen und unendlichen Leben sich zahllose Leben frei bewegen können und genießen allda die allerhöchsten Wonnen des Lebens vollkommen, während sie doch nur Teile des einen Hauptlebens in Gott sind.

Sehet, solches singt also die Fliege in der Demut; und die Demut ist die eigentliche wahre Hauptfliege des Menschen selbst! Denn wie die Fliege im Weltteile anfängt, in sich den Sieg über das Leben zu gewinnen, also fängt auch die Demut im Menschen an, auf dieselbe Weise das allerfreieste Leben aus Gott aufzunehmen und es einzuschließen in sich und dann durch ihre Beharrlichkeit und durch ihren Mut groß- und starkzuziehen in sich dieses ewige Heiligtum, welches da ist der lebendige Christus in einem jeden wahren Menschen. Und wenn dessen Leben übergegangen ist in alle Teile der Seele und durch die Seele auch in den fleischlichen Leib, so ist dann solche Erscheinlichkeit, ja wirkliche Handlung im Geiste ja doch ein Sieg, ja wahrlich der allerhöchste Sieg, welchen je ein Mensch sich erkämpfen könnte; denn durch diesen Sieg hat er ja in sich das allerhöchste Leben Gottes gefangengenommen, hat es sich zu eigen gemacht durch die Liebe und wurde nun Eins mit dem ewigen Gott, dem Vater aller Liebe.

Saget Mir, ist solches nicht ein Sieg, von dem euch die Fliege singt?

Wollt ihr aber die Fliege, die euch da singt von diesem Siege, recht verstehen, da fraget die eigene wahre Fliege in euch, welche da ist die vollkommene Demut, und diese wird euch die große Antwort geben: Ja, durch sie werdet ihr es empfangen, was da ist ein rechter wahrer Sieg!

Wie aber die Liebe ist eine Frucht der Demut, so ist die ewige Wahrheit oder das Licht allen Lichtes eine Frucht der Liebe; und so die Liebe wächst aus der Demut und die Wahrheit aus der Liebe, so ist das ein rechtes Wachstum und ist ein wahrer Baum des Lebens und ein wahrer Baum aller heiligen Erkenntnis des Lebens, und alles, was desselben ist zeitlich und ewig.

Wer aber da die Geheimnisse des Lebens etwa gar durch seinen Weltverstand ermitteln will, der wird wohl nimmer dieselben irgend ermitteln, sondern wird durch den Verstand noch das wenige Leben verlieren, das er sich ehedem in seiner Kindheit erwirtschaftet hatte. Denn wahrlich sage Ich euch: Wer solches innere Wort, wenn es sich kundgibt – entweder in eines jeden bessergesinnten Menschen Herzen durch mahnendes Gewissen oder als vernehmliches Wort durch den Mund eines Geweckten –, nicht mit kindlich einfältig-frommem Sinne glaubt und dann aber nicht nur ein bloßer Hörer solchen Wortes verbleibt, der sich höchstens bloß verwundert, bald über dieses, bald über jenes, was darinnen vorkommt, – sondern ein Täter desselben wird, da sage Ich euch noch einmal: Wahrlich, wahrlich, es wird das Hören und Sehen niemanden in den Himmel bringen, sondern allein das Tun!

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